PALAZZO VECCHIO
Palazzo Vecchio (alter Palast) ist das bedeutendste bürgerliche Gebäude der Stadt Florenz. Das Rathaus, 1299 nach Plänen von Arnolfo di Cambio gebaut, diente ursprünglich der Signoria, die sich aus 12 Zunftoberen zusammensetzte und die die Geschicke der Stadt lenkte. Um jegliche Beeinflussung zu verhindern, durften sie während ihrer Amtszeit von 60 Tagen den Palast nur für Amtsgeschäfte verlassen. Es war somit Sitz der Zunftvorsteher, der Stadtherrschaft und Residenz des Großherzogs, und erfuhr im Lauf der Jahrhunderte manche Veränderung. Der Innenhof mit Säulengang und die Fresken im Inneren des Palazzo Vecchio sind besonders sehenswert. Einige Räume im 1. und 2. Stock, die so genannten Monumentalräume (Quartieri Monumentali), u.a. der Salone dei Cinquecento (Saal der 500), das Arbeitszimmer von Francesco I, der Liliensaal, die Wohnräume von Eleonora und der Raum der Weltkarten sind zugänglich. Die Loggia della Signoria oder dei Lanzi befindet sich gliech neben dem Palazzo Vecchio, auf der Piazza della Signoria. In ihr befinden sich bedeutende Skulpturen, wie der Perseus von Cellini und der Raub der Sabinerinnen von Giambologna.
DIE KATHEDRALE
Santa Maria del Fiore ("Duomo"), die gotische Kathedrale, die auf der viel älteren Kirche Santa Reparata entstand, wurde von Arnolfo di Cambio entworfen (1296) und ist die viertgrößte Kathedrale der Welt. An Größe übertrifft sie lediglich der Petersdom in Rom, St. Pauls in London und der Mailänder Dom.
Brunelleschi vervollständigte den Dom 1436 mit der eleganten Kuppel. Die letze Veränderung an der Kathedrale wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorgenommen, als die Fassade vollendet wurde. Gegenüber dem Dom liegt das Baptisterium San Giovanni (1128) in florentinisch-romanischem Stil, mit weiß-grünem Marmor verkleidet. Das Innere ist mit Mosaiken ausgeschmückt. Die Bronzetüren (darunter die Tür des Paradieses) sind Werke von Andrea Pisano und Lorenzo Ghiberti.
Im Dommuseum sind aus Santa Maria del Fiore, dem Baptisterium und dem Campanile stammende Kunstwerke untergebracht, darunter Skulpturen, die für die Domfassade bestimmt waren. Die bedeutendsten Werke sind von Michelangelo (Pietà), Donatello, Arnolfo di Cambio und Luca della Robbia.
DIE CUPOLA
Erst 1420 wurde Filippo Brunelleschi mit dem Kuppelbau beauftragt. Mit einem freien Innendurchmesser von 41,5 m gab es zuvor neben dem Pantheon keine vergleichbare Kuppel dieser Größenordnung. Brunelleschi erfand eine völlig neue Konstruktionsmethode.
Unter Verwendung von im Fischgrätenmuster angelegten Ziegelsteinen ließ er ein ringförmiges Mauerwerk legen. Die nächsten Mauerringe wurden mit eingebauten senkrechten Haken aufgehängt.
Durch diese neuartige Konstruktion vermied er sowohl gefährliche Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk als auch die problematische Herstellung eines traditionell, gewölbten Holzgerüsts.
Um die Innenkuppel vor der Witterung zu schützen, ließ Brunelleschi zusätzlich noch eine äußere Kuppel errichten. Beide Schalen wurden durch starke Gewölberippen miteinander verbunden. über 463 Stufen führen durch die doppelschalige Kuppel zur Laterne hinauf.
Von hier genießt man einen der schönsten Rundblicke von Florenz. Die elegante Kuppel wurde 1436 fertig gestellt und ist im Innern mit Fresken von Vasari und Zuccari (Das Jüngste Gericht) geschmückt.
DER CAMPANILE DI GIOTTO
1334 begann Giotto mit den Arbeiten für den Glockenturm des Doms. Ursprünglich sollte der Turm eine Höhe von 122 Metern erreichen und spitz enden. Da Giotto jedoch 1337 starb, führten Andrea Pisano und Francesco Buontalenti die Arbeit mit seinen Entwürfen fort und begnügten sich mit einer Höhe von 84 Metern.
Die weiß-grün-roten Marmor Intarsien, mit Reliefkassetten und Skulpturen, von zwei- und dreibogigen Fenstern unterbrochen, lehnen sich an das Vorbild des Baptisteriums an. Die Skulpturen stammen von Donatello, Pisano und Lucca della Robbia.
DIE BASILICA DI SAN LORENZO
Die ursprüngliche Kirche wurde 393 von Ambrosius, Bischof von Mailand, geweiht. Cosimo der Alte ließ sie 1423 von Brunelleschi vergrößern und erneuern. Die schlichte Kirche wurde nie vollendet.
Im Inneren kann man Werke von Rosso Fiorentino, Desiderio da Settignano, Donatello und Bronzino bewundern. An die Kirche angebaut ist die herrliche Alte Sakristei, mit quadratischem Grundriss, von Brunelleschi und die Neue Sakristei von Michelangelo (1524), und der Grabkapelle der Familie Medici. Die Neue Sakristei zusammen mit der barocken Prinzenkapelle bildet das Museum der Medici-Kapellen. Links von der Kirche kann man auch die von Michelangelo entworfene Bibliothek Mediceo-Laurenziana besichtigen, die die Familie zur Aufbewahrung ihres Schatzes an Papyrusrollen, Handschriften und alten Bänden bauen liess. Nicht weit entfernt von San Lorenzo steht die Markthalle, ein Beispiel für die Architektur des späten 19. Jhdt, eine Eisen- und Glasstruktur.
DIE MEDICI-KAPELLEN
Die Medici-Kapellen stellen einen Teil des Bau-Komplexes von San Lorenzo dar.
San Lorenzo war die offizielle Kirche der de' Medici und wurde somit zu deren Mausoleum. Das Projekt für das Familiengrab wurde 1520 entworfen, als Michelangelo mit den Arbeiten zur Neuen Sakristei begann.
Michelangelo arbeitete an den Skulpturen der Gräber bis 1533, stellte aber nur die allegorischen Figuren der Gräber von Lorenzo und Giuliano fertig.
SAN MINIATO AL MONTE
In der Nähe des Piazzale Michelangelo erhebt sich über einer großen Freitreppe die ganz aus weißem und grünem Marmor verkleidete Fassade der Kirche San Miniato al Monte und wird als eine der schönsten Beispiele romanisch-florentinischen Stils angesehen. Die Kirche entstand über der Grabstätte des Hl. Minias, der unter Kaiser Decius im Jahr 250 bei der Christenverfolgung in Florenz das Martyrium erlitt. Die heutige romanische Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und gehört zu den schönsten und ältesten Sakralbauten der Stadt. Sie beherbergt Werke von großem Wert, wie die Kapelle des Kruzifixes von Michelozzo und die Kapelle des Kardinals von Portugal, beide mit Dekorationen von Lucca della Robbia versehen. Des weiteren können die wunderschönen Fresken von Spinello Aretino, die die Geschichten aus dem Leben des Heiligen Benedikt darstellen, bewundert werden. Rechts neben der Kirche sieht man den Bischofs-Palast, den ehemaligen Sommersitz-des Bischofs von Florenz, der später erst ein Kloster, dann ein Spital und letztendlich ein Jesuiten-Haus wurde.
In Brian de Palmas Thriller "Obsession" (1976, mit Geneviève Bujold und Cliff Robertson) konnte die Kirche bewundert werden.
